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Einführung in Web-Barrierefreiheit (Web-Accessibility)

In diesem Weiterbildungskurs erfahren Sie, wie Sie den Zugang zu Webseiten und Webanwendungen barrierefrei gestalten. So schaffen Sie neben der Einhaltung rechtlicher Standards auch die Voraussetzungen dafür, eine größere Kundengruppe zu erreichen.

Die Teilhabe am gesellschaftlichen, beruflichen und wirtschaftlichen Leben hängt in der Digitalisierung davon ab, online alle Angebote gleichwertig nutzen zu können. Für eine Vielzahl von Menschen ist dies jedoch nicht möglich, da digitale Medien häufig nicht barrierefrei gestaltet sind. Dabei ist sowohl für öffentliche Einrichtungen, wie auch für Unternehmen, digitale Barrierefreiheit im Medienportfolio ein Wettbewerbsfaktor oder sogar gefordert.

Das Modul befähigt Sie, die Barrierefreiheit vorhandener Webinhalte nach veröffentlichten technischen Standards und Richtlinien (einschließlich WCAG, WAI-ARIA, ATAG) zu bewerten und detaillierte Abhilfemaßnahmen empfehlen zu können. Wir vermitteln Ihnen praxisorientiert die Grundlagen der Erstellung barrierefreier Webinhalte, sowie der Identifizierung von Barrierefreiheitsproblemen mit gängigen Assistiven Technologien und automatischen Lösungen.

Beratung und Kontakt

Das Team des Weiterbildungszentrums der HdM informiert Sie gerne!

Bewerbungsfrist bis zum 15.12.2021

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Modultermine

Gesamtlaufzeit des Moduls von 08.01.-12.03.2022.

Live-Tage am: Samstag, 8. Januar und Samstag, 12. März 2022, jeweils von 9 – 17 Uhr (je nach Corona-Situation in Präsenz bzw. mit der Möglichkeit, digital teilzunehmen)

Online-Phase im Zeitraum zwischen Januar und März 2022. Es finden Online-Sessions zum Wrap-Up und Austausch an diesen Terminen statt:

  • Mi. 12.01. Einheit 1 (16.00-17.30 Uhr)
  • Mi. 19.01. Einheit 2 (16.00-17.30 Uhr)
  • Mi. 26.01. Einheit 3 (16.00-17.30 Uhr)
  • Mi. 02.02. Einheit 4 (16.00-17.30 Uhr)
  • Mi. 09.02. Einheit 5 (16.00-17.30 Uhr)
  • Mi. 16.02. Einheit 6 (16.00-17.30 Uhr)
  • Mi. 23.02. Einheit 7 (16.00-17.30 Uhr)
  • Mi. 02.03. Einheit 8 (16.00-17.30 Uhr)
  • Mi. 09.03. Einheit 9 (16.00-17.30 Uhr)

Informationen zum Modul

Modulinhalte

  • Barrierefreie Web-Inhalte erstellen
    • Verstehen und Interpretieren von Barrierefreiheitsspezifikationen und -methoden
    • Erstellung barrierefreier JavaScript-, AJAX- und interaktiver Inhalte
    • Integrierung von Barrierefreiheit in den Qualitätssicherungsprozess
    • Auswahl der unterstützten Methoden für die Barrierefreiheit
    • Erstellung interaktiver Steuerungen/Widgets (Standard oder benutzerdefiniert) auf der Grundlage bewährter Barrierefreiheitsverfahren
    • Erstellung barrierefreier Einzelseiten-Anwendungen.
    • Erstellung von Web-Inhalten, die mit den Strategien kompatibel sind, die von Menschen mit Behinderungen für den Zugang zu Web-Inhalten verwendet werden
  • Identifizierung von Barrierefreiheitsproblemen
    • Identifizierung von Interoperabilitäts- und Kompatibilitätsproblemen
    • Bestimmung vom Konformität mit den Barrierefreiheitsspezifikationen auf der Grundlage gefundener Barrierefreiheitsprobleme
    • Test mit assistierenden Technologien
    • Test auf Auswirkungen auf den Endbenutzer
    • Effektiver Einsatz von Werkzeugen zur Prüfung auf Barrierefreiheit
  • Barrierefreiheitsprobleme beheben
    • Priorisierung von Problemen der Barrierefreiheit auf der Grundlage des Schweregrades
    • Empfehlung von Strategien und/oder Methoden zur Behebung von Barrierefreiheitsproblemen

Lernziele

  1. Sie kennen die Bedürfnisse von Benutzern mit Einschränkungen bei der Interaktion mit Webanwendungen, die daraus resultierenden Barrieren, und relevante Assistive Technologien und Adaptionsstrategien.
  2. Sie kennen die relevanten Standards für Web-Barrierefreiheit und deren Anwendungszwecke: EN 301 549 v3.2.1, WCAG 2.1, WAI-ARIA 1.1, ATAG 2.0.
  3. Sie können den BIK BITV-Test auf Webanwendungen anwenden.
  4. Sie sind in der Lage, spezifische Lösungsvorschläge zu dokumentieren und auf Barrierefreiheitsprobleme anzuwenden.
  5. Sie kennen relevante Evaluationswerkzeuge und deren Einsatzzwecke.
  6. Sie verstehen den Prozess der Prüfung einer Website auf Barrierefreiheit und können relevante Prüfprozesse auf Webanwendungen anwenden.
  7. Sie kennen die relevanten Gesetze und Vorschriften für Web-Barrierefreiheit in Deutschland: BITV 2.0, Erklärung zur Barrierefreiheit, Online-Zugangsgesetz, Barrierefreiheitsstärkungsgesetz.

Zielgruppe

  • Entwickler und Designer von Webseiten und Webanwendungen
  • Prüfer (und QS) für Webseiten bezüglich Barrierefreiheit
  • Technische Berater und Projektmanager, die einen technischen Einblick in die barrierefreie Webentwicklung bekommen möchten

Voraussetzungen und Vorkenntnisse

Für die Teilnahme mit Prüfung (Zertifikat) ist zudem ein abgeschlossenes Hochschulstudium Voraussetzung, das Sie über Ihr Hochschulzeugnis bei der Anmeldung (Upload) nachweisen. Zusätzlich empfehlen wir für einen gewinnbringenden Wissenstransfer auf Ihre berufliche Praxis eine mindestens einjährige Berufserfahrung.

Das Modul kann aber auch als Weiterbildung mit Teilnahmebescheinigung (ohne Hochschulstudium) besucht werden.

Lerninhalte (Texte und Videos) sind z.T. in englischer Sprache verfasst. Die Diskussionen und Präsentationen in der Lerngruppe werden aber in Deutsch stattfinden.

Für die Teilnahme am Modul ist ein eigener PC/Laptop notwendig.

Es wird empfohlen, vorher am Modul Grundlagen der digitalen Barrierefreiheit (Accessibility Core Competencies) teilzunehmen.

Umfang

Das Modul beginnt und endet mit jeweils einem ganztägigen Präsenz-Workshop (ggf. als Videokonferenz je nach Corona-Situation). Dazwischen gibt es eine 10-wöchige Online-Phase.

In der Online-Phase bearbeiten Sie wöchentlich Aufgaben, die in wöchentlichen Online-Meetings mit den Dozenten besprochen werden. Die Online-Meetings werden für interne Zwecke aufgezeichnet, sofern die Teilnehmenden das erlauben.

Für den Abschluss des Moduls mit einem Hochschulzertifikat (inkl. Prüfung) ist ein Gesamtaufwand von 180 Stunden veranschlagt. Dies entspricht einem Äquivalent von 6 ECTS. Es ist empfohlen, in der Online-Phase je nach Vorkenntnissen durchschnittlich bis zu ca. 15h pro Woche für das Selbststudium einzuplanen.

Für den Abschluss des Moduls als Weiterbildung mit Teilnahmebescheinigung ohne Prüfung wird ein geringerer Gesamtaufwand veranschlagt.

Lernsetting

  • Zwei ganztägige Workshops für Kick-off und Abschluss (entweder vor Ort an der Hochschule in Stuttgart oder als Videokonferenz) jeweils an einem Samstag.
  • Wöchentliche Videokonferenzen über BigBlueButton jeweils Mittwoch von 16.00 – 17.30 Uhr (Termine s. o., voraussichtlich mit Aufzeichnung)
  • HdM-interne Moodle-Plattform für interne Diskussionen, Unterlagen und Übungsaufgaben

Kosten und Finanzierung

Die Gebühr für das Modul beträgt 1200 Euro und 100 Euro Prüfungsgebühr. Verpflegung und Seminarunterlagen sind in den Teilnahmegebühren enthalten. Persönliche Aufenthalts- und Reisekosten sind von den Teilnehmenden selbst zu tragen.

Kosten für Weiterbildung (Entgelte, Reise, Unterkunft) können steuerrechtlich geltend gemacht werden. Weiterhin besteht die Möglichkeit, Bildungsurlaub zu beantragen.

Zertifikat

Bei erfolgreichem Abschluss des Moduls mit einer Prüfungsleistung erhalten Sie ein Zertifikat der Hochschule der Medien, das Ihre erworbenen Kompetenzen und ECTS-Punkte bestätigt. Die erworbenen Kompetenzen können auch auf den berufsbegleitenden Master Business Management (MBA) angerechnet werden.

Weiterhin besteht die Möglichkeit, das Modul als Weiterbildung zu absolvieren und es mit einer Teilnahmebescheinigung (ohne Prüfung und ECTS-Punkte) abzuschließen.

Mit dem Kurs können Sie sich auf eine separate IAAP-Zertifizierung zum Web Accessibility Specialist (WAS) vorbereiten. Wenn Sie dieses Zertifikat anstreben, ist eine separate Prüfung unter IAAP erforderlich. Die Kosten für die Zertifizierung sind nicht in den Gebühren für dieses Modul enthalten.

Informationen zu den Dozenten

Andreas Burkard, M. Sc. und Sebastian Koch, M. Sc. sind aktuell Wissenschaftliche Mitarbeiter an der Hochschule der Medien Stuttgart im Bereich Medieninformatik mit Schwerpunkten in digitaler Barrierefreiheit und neuen Technologien. Nach dem Studium der Medieninformatik an der HdM beschäftigte sich Andreas Burkard mit der Evaluation und dem Vergleich von kommerziellen Monitoringsystemen zum Überprüfen auf Barrierefreiheit. Sebastian Koch untersuchte und implementierte eine barrierefreie Steuerung für ein Hand-Exoskelett-System und evaluierte Richtlinien zur barrierefreien Gestaltung von Augmented Reality Anwendungen. Beide sind qualifizierte Prüfer und Qualitätssicherung im BIK BITV-Prüfverbunds.

Prof. Dr. Gottfried Zimmermann ist Professor für Mobile User Interaction an der Hochschule der Medien Stuttgart. Er ist ein ausgewiesener Experte für digitale Barrierefreiheit. Er ist an der Gesetzgebung und Standardisierung für digitale Barrierefreiheit auf europäischer und deutscher Ebene als Experte beteiligt. Er ist u.a. Mitglied im Ausschuss für barrierefreie Informationstechnik nach § 5 BITV der Überwachungsstelle des Bundes, sowie in der gemeinsamen europäischen Arbeitsgruppe von CEN/CENELEC/ETSI, welche die EN 301 549 weiterentwickelt. Gottfried Zimmermann promovierte an der Universität Stuttgart, und war danach in verschiedenen Industrie- und Forschungseinrichtungen tätig, unter anderem als Editor internationaler Standards. Er ist Mitglied in den Fachgruppen “Medieninformatik” und “Inklusion und Informatik” der Gesellschaft für Informatik, in der Fachgruppe “Inklusion und Informatik” und im DIN-Gemeinschaftsarbeitsausschuss für Barrierefreiheit. International engagiert er sich für das World Wide Web Consortium und dessen Web Accessibility Initiative (WAI) als eingeladener Experte in der “Accessible Platform Architectures Working Group”, als Mitglied und Arbeitsgruppenleiter im ISO/IEC JTC1 SubCommittee 35 User Interfaces, und als Mitglied im ISO/IEC JTC1 SubCommittee 36 E-Learning.